Samstag, 26. September 2009

Yoga mit Karla

Das Brett

Diese Übung beherrscht das Elbenmädchen in Perfektion. Dabei streckt sie den kleinen Körper, wirft die Arme nach hinten, macht die Beine steif und geht 1a ins Hohlkreuz. Begleitet wird das Ganze in den allermeisten Fällen von einer ins Rötliche gehenden Gesichtsfarbe und Unmutsäußerungen unterschiedlicher Lautstärke: Das Brett kommt nämlich vorzugsweise dann zum Einsatz, wenn Madame irgendwas nicht passt. Und es ist eine der Übungen, bei denen eindeutig sie entscheidet, wann sie beendet ist. Erstaunlich, wie viel Muskelspannung sie in ihre 64 cm schon reinbekommt! Stillen, Tragen oder das Baby sonstwie händeln ist in diesem Moment schlichtweg... zwecklos.


Rolle seitwärts

Eine ihrer entzückendsten Übungen. In jedweder Hinsicht. Entweder klappt die Rolle seitwärts nämlich nach bewusster Anstrengung. Dann geht ein frohes „Yippiiee!“-Grinsen über ihr Gesicht. Manchmal passiert ihr die Rolle seitwärts auch einfach so, weil die Beine zur Seite gekippt sind und der Schwerpunkt sich einfach verlagert hat. Dann geht dem „Yippie“-Ausdruck ein mimischer Moment echter Überraschung voraus. Und manchmal klappt die Rolle seitwärts nicht vollständig. Dann liegt die kleine Motte halb auf ihrem Arm, kriegt ihn nicht unterm Bauch weggezogen - und meckert lautstark so lange, empört und niedlich, bis es ihr gelingt oder man ihr hilft.

Die Kobra

Das ist eine Übung, bei der Mama im Yogakurs immer Schwierigkeiten hatte. Nicht so die Tochter: Bauch flach auf den Boden, Kopf ganz hoch und in den Nacken. Klappt super und sieht so zuckersüß aus, weil der sich hin- und herdrehende Kopf und der Gesichtsausdruck weniger an eine Schlange als an eine etwas verpeilte Schildkröte denken lassen.

Käfer auf dem Rücken

Nicht von der Bezeichnung der Übung irreführen lassen: Natürlich liegt sie nicht hilflos strampelnd auf dem Rücken. Sondern liebt es einfach, beim Wickeln sämtliche Gliedmaße so weit wie möglich nach oben zu strecken. Und dann an die Füße zu fassen. An die nackten, bitteschön! Denn nur dann kann man den großen Onkel zum kleinen Mund führen und daran lutschen.

Der nasse Sack

Wer einmal gesehen hat, wie Karla im Bondolino aussieht, wenn sie im Tiefschlaf ist... der könnte uns unterstellen, dass wir ihr Substanzen in die Muttermilch mischen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Ts ts ts. Das tun wir natürlich nicht. Und es ist auch eigentlich kein Tiefschlaf, sondern eine Art transzendentaler Bewusstseinszustand, den sie nur durch lange eingeübte meditative Techniken ... ach, Bullshit. Sie pennt einfach gern, gut und lange in dem Ding. Und hängt dann eben da drin wie: Siehe oben.


Die kleine Made

Tja, hier begebe ich mich jetzt auf dünnes Eis und hoffe einfach mal, das Amnesty International nicht mitliest. Denn wir fesseln das Kind zum Schlafen. Yep. Immer noch. Hebammen haben dafür das schöne Wort „Pucken“ erfunden, was nichts anderes heißt, als das Baby stramm in eine Decke zu wickeln, damit es sich nicht ständig mit den Armen im Gesicht herumfummelt und „Begrenzung wie im Mutterleib erfährt“. Nun ist das Elbenmädchen schon eine ganze Weile raus aus ebendiesem. Trotzdem schläft sie am liebsten und besten immer noch gepuckt. Und liegt also des Abends im Bett, die Ärmchen eng am Oberkörper, wie eine kleine Mumie. Die Beinchen jedoch sind frei, und die hebt sie dann im Schlafsack an... und legt sie wieder ab. Und wieder hoch. Und wieder runter. Und damit sieht sie ein bisschen aus wie die kleinen, sich krümmenden Maden, die mein Bruder früher zum Angeln mitgenommen hat. Nur viel, viel hübscher.

>> to be continued <<

1 Kommentar:

4Piepers hat gesagt…

Oh mann, dass wird ja sportlich am Wochenende...;-) Wir sind nicht so gut im Yoga aber bereit dazuzulernen! Lucie fragt, ob Kira auch mitkommt? Sie meinte, unsere Katzen könnten auch ein Körbchen für sie räumen, denn wir machen ja auch ein Zimmer für Euch frei. Ob sie das allerdings mit den 3 Katzen abgesprochen hat, kann ich nicht sagen. Und auf meine Einkaufsliste habe ich Möhrenbrei gesetzt... oder doch lieber Obstgläschen; vielleicht kann ich damit mehr punkten bei Karla. Ich freu mich auf Euch! Eine schöne Woche bis dahin :-)