Donnerstag, 17. Dezember 2009

Karla krabbelt nicht...



... Karla kriecht. Seit ein paar Tagen kommt das Elbenmädchen nicht nur unbeabsichtigt rückwärts (weil die Patsche-Hände auf dem Parkett kleben, die Strumpfhose aber nach hinten wegrutscht) und seitwärts (durch mittlerweile absolut perfektionierte Rollbewegungen), sondern auch vorwärts. Allerdings eben nicht durch Krabbeln, auch wenn wir das gern so nennen würden. Das klingt so toll: "Karla krabbelt jetzt!". Naja, auch mit Robben würden wir uns zufrieden geben. Sogar mit Schlängeln (so wie Karlas bester Freund, der mit einer Bewegungstechnik, die einem Aal auf dem Trockenen gleicht, erstaunlich schnell erstaunlich weit kommt).

Aber all das macht die Tochter nicht... stattdessen kriecht sie. Man kann es nicht anders nennen. Es sieht gleichzeitig sehr niedlich und sehr befremdlich aus. Befremdlich, weil man den Bewegungsablauf sonst eher aus Kriegsfilmen kennt, in denen sich Verwundete über Schlachtfelder schleppen. Ein Bein vorziehen, anderen Arm vor, ein Stück nach vorne, anderes Bein vor... man wartet nur darauf, dass sie ruft: "Es ist okay, Jungs... schlagt Euch ohne mich durch!". Das tut sie natürlich nicht, weil sie außer Papapapapapa, Jajajaja und Mamamamama noch nix rufen kann. Und weil sie eben - puh! - keine Kriegsverwundete ist, sondern Karla.

Das mit dem Schlachtfeld hingegen ist gar nicht sooo weit hergeholt. Die hinterlässt sie nämlich jetzt neuerdings in der Wohnung, wenn sie es geschafft hat, zum Kampfschauplatz ihrer Wahl zu kriechen. Da werden mit höchster Konzentration die CDs und Platten aus dem Regal gezerrt... und ich? Ich sitze still vergnügt daneben und sehe meiner Tochter zu, wie sie mit absoluter Hingabe die Papphülle der Midnight Oil Platte weichsabbert, wie sie mit ihren Händchen wild die CDs auf dem Boden hin- und herschiebt - um sich dann in der Abbildung einer Sonnenblume auf der Hülle irgendeiner Gratis-CD aus der Allegra zu verlieren, die gemeinsam mit der Vierer-Box "Musical Highlights" von Tchibo und anderen Schätzen dieser Art ihr dunkles Dasein in der untersten Sektion des CD-Regals fristete... bisher. Denn jetzt ist ja Karla da. Und Karla kriecht. Und bringt Staubflocken und Plattenschätze ("Ooooohhh... guck mal.. Live to tell von Madonna!") ans Licht und unsere Augen zum Leuchten...

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

hihi - entzückend - was muss ich alles wegstellen bis Sylvester??? ;D

Ich hab solche ausräum-Bilder von Jo auch mit Papas Lieblings-CD und Mamas Tupperreservoire...

ich such die schon mal raus!!!

Knutsch euch!!!

Das dicke Mädchen hat gesagt…

Tja, was musst Du wegstellen? Jelly? Der ist so zerbrechlich! *grins* Nee, wegstellen nix, aber bereitstellen: Die Kamera. Damit wir ihren Gesichtsausdruck festhalten können, wenn sie merkt, dass Hundehaare ganz anders schmecken als Katzenhaare ;0)) Knutscher zurück!