Nee, ich glaube nicht an Gott. Zumindest nicht an DEN Gott. Trotz Taufe, Kommunion und katholischer Privatschule. Oder gerade deshalb nicht?
Aber seit Karla geboren ist, glaube ich an Wunder.
Jaja, ich weiß, seit Jahrmillionen kriegen Frauen Kinder. Ist ein rein biologischer Vorgang, völlig selbstverständlich, oder? Nein. Eben nicht. Es gibt viele Geschichten, viel ZU viele, von Fehlgeburten einen Tag vor der magischen Grenze, von Frühchen, deren Gastspiel viel zu kurz ist, von Babys mit Herzfehlern, von Frauen, die unter der Geburt verbluten (ja, auch das gibt es heutzutage noch, ich mochte es selbst nicht glauben), von Paaren, die die besten Eltern der Welt wären, aber einfach nicht schwanger werden. Deshalb ist es alles andere als selbstverständlich, ein gesundes Baby im Arm zu halten.
Und deshalb haben Demut und Dankbarkeit einen ganz neuen Stellenwert in meinem Leben. Jeden Abend sage ich ausgiebig Danke dafür, dass sie bei uns ist, dass ich eine problemlose Schwangerschaft hatte, eine schöne Geburt und vor allem dafür, dass ich dieses gesunde, dazu wunderschöne und perfekte kleine Mädchen in den Schlaf wiegen, stillen, schmusen und bei mir tragen darf.
Ich bitte außerdem jeden Abend dafür, dass es so bleibt. Ich bitte für mich und den Kindsvater, dass wir der Aufgabe gerecht werden, dieses uns anvertraute kleine Wesen zu einem glücklichen, freien Menschen zu erziehen, dass wir es schaffen, ihr gerecht zu werden und verstehen, dass sie uns nicht gehört, sondern nur "geliehen" ist und nicht dazu da, unsere Erwartungen zu erfüllen oder wettzumachen, was wir bei uns versäumt haben. Manchmal (nee, ziemlich oft) macht mir diese schier unlösbar scheinende Aufgabe nämlich mächtig Angst. Und trotzdem wünsche ich allen, die sich diese Aufgabe auch wünschen, genau dieses Glück, und bitte auch für die.
Tja. Nennt es beten.
Ich weiß nicht, ob irgendwo jemand zuhört.
Ich kann es auch nicht so richtig glauben.
Aber hoffen, das geht neuerdings.
3 Kommentare:
Ich kann verstehen was Du schreibst. Vom ersten bis zum letzten Satz kann ich nachvollziehen wie es dir geht - das ist einfach schön!
Ich bin zwar noch keine Mama - (außer Ersatzmama in der Grunschule für andere Kinder) aber irgendwann ganz bestimmt... und dann werde ich wahrscheinlich genauso sein :)
Ich wünsch euch alles erdenklich Gute für Eure gemeinsame Zukunft. Auf viele wunderschöne, unvergessliche Momente!
Liebe Grüße, Meike
Liebe Katja,
das ist mein Wort zum Sonntag.
Ich sehe mich in deinen Worten und hab ein paar Tränchen in den Augen.
Erinnerungen daran, wie die ersten Wochen waren, seufz so herrlich rundum neu und zufriedenstellend...
ich erinnere mich auch, das ich genau wo ich jetzt sitze, vor Glücklichsein geweint, da war J. so 4-5 Jahre alt...dieses gute Gefühl das trotz aller Schwierigkeiten alles soweit gut ist...
...leider ist das Glück nicht haltbar und manchmal glaube ich mein Glücksdemutsspeicher ist aufgebraucht oder die Faxverbindung nach DA OBEN ist defekt...und dann zähle ich auf, wie gut ich es doch habe...
Beten und ob es Gott gibt, jein...ab und an, aus purer Verzweiflung ...oder eben in den
stillen Momenten des Glücklichseins...
Danke für deine wunderbaren Zeilen.
Busl
E lla
Ich schließe ich dem an...Sitze grad auf Norderney und denke an Euch und unsere Gespräche. Ich weiß auch oft nicht, was ich denken soll oder voran, aber ich habe festgestellt, das meine Damen gerne an etwas glauben und darauf hoffen, dass da jemand ist, der auf sie aufpasst. Später können sie sich ihre eigenen Gedanken dazu machen. Liebe Grüße von der Insel, Tanja
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