Donnerstag, 12. Februar 2009

Mutterschutz...

.. ist etwas ganz, ganz Feines. Ehrlich. Man ist bisher nur gefühlsmässig Mutter und der einzige, der nach was Essbarem kräh, ist der Kindsvater, der verwuschelt und mit Kniepaugen aus dem Schlafzimmer kommt und sich wundert, warum das dicke Mädchen am Rechner sitzt statt Frühstück zu machen.

Man hat also ganz viel Zeit und kann sie mit furchtbar sinnvollen und elementaren Unternehmungen füllen. Sich zum Beispiel - wie vorgestern - mit anderen dicken Mädchen treffen. In diesem Fall mit einer ehemalige Schulkollegin und Freundin, die selbst ihrem Entbindungstermin Anfang März entgegenkugelt und von deren Gelassenheit und Insiderwissen man ganz großartig profitieren kann, weil sie das Ganze schon einmal durchgezogen hat und schon den zweiten kleinen Jungen in die Welt setzt.

Man kann auch - wie gestern - erstmal ausschlafen und dann ganz gemütlich zur Friseurin seines Vertrauens fahren, die immer noch in Dortmund Haare schneidet und die man sonst immer nur am Samstag besuchen konnte. Die strahlt dann, wenn sie einen sieht, weil sie nämlich selber mit der unglücklichen Kombination Endometriose & Kinderwunsch durch die Weltgeschichte läuft und nun dem lebenden Beweis, dass es eben DOCH klappen kann, Komplimente für den hübschen Bauch macht. Da lässt man also dann nicht nur Haare, sondern auch ein bisschen Hoffnung da, und das ist auch was Schönes.

Apropos schön und hübscher Bauch: Natürlich denkt fast jede schwangere Frau, dass ihr Bauch der definitiv schönste weit und breit ist. (Setzt sich ja später nahtlos fort, wenn das Baby draußen ist und eigentlich nur knautschig, rot und seltsam aussieht, die Mutter aber ebenfalls sicher ist, das schönste Kind der Welt geboren zu haben.) Wenn einem aber die Hebamme sagt, man habe eine wirklich außergewöhnlich süße Kugel, dann freut man sich wie eine Schneekönigin - denn die Hebamme sieht jeden Tag ein paar mehr nackte Bäuche, hat deshalb einen besseren Vergleich und vor allem eigentlich keinen Grund, das zu sagen, wenn sie es nicht wirklich meint.

Warum der Inhalt dieser süßen Kugel mir nach wie vor schmerzhaft die Leber einquetscht, konnte sie mir allerdings gestern auch nicht so recht erklären. Allerdings weiß ich jetzt nach ausgiebigem Getaste und Geschubse ihrerseits, dass es nicht mehr die Füße sind, die da oben liegen, sondern der Hintern der jungen Dame. Den schiebt sie schöööön Richtung Rippenbogen, und ich hoffe, das ist jetzt noch kein Anzeichen dafür, dass sie mit einem J.Lo - Hintern zur Welt kommen wird. Immerhin, der Kopf liegt immer noch da, wo er hingehört: unten. Da soll er auch schön bleiben...

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